The Beginners Guide

Davey Wreden ist ein Genie. The Stanley Parable war ein unfassbar gut gelungener Meta-Kommentar über Spielekonventionen und -mechaniken. Das neue Werk von Wreden nennt sich „The Beginner’s Guide“ und fällt ebenfalls in das wohl von ihm neu definierte Genre des „Meta-Games“. Ein Spiel als begehbares Museum, eine Einladung zum Diskutieren und Interpretieren. Oder ist das ganze einfach nur moderne Kunst ohne tiefere Bedeutung?

Im Podcast mit Rainer Sigl von Videogametourism erkunden wir die tiefsten Spoiler-Territorien dieses Experiments und reden darüber, was hinter der Fassade steckt oder stecken könnte.

  • Christian

    Das Spiel klingt mir dann wohl doch zu Meta. Und Daniels Ansicht zu moderner Kunst kann ich so nur unterschreiben!

  • Sören

    Beginners Guide ist sehr toll. Für mich ist der Übergriff Wredens gegenüber Coda das prägenste. Wreden (der Wreden im Spiel) maßt sich immer wieder an, sich über die Wünsche Codas und auch die Grenzen des Zwischenmenschlichen hinwegzugehen. Sei es das offensichtliche: Die Spiele ungefragt anderen zu zeigen. Oder auch wenn er mal eben in einem Nebensatz, einen Teil eines Spiels als unwichtig und ohne Sinn zu definieren, um es dann zu überspringen (man wäre in der Gefängniszelle eine Stunde eingesperrt gewesen). Auf der einen Seite erklärt er, das Spiel, wo man im Haus aufräumt, als das beste Werk Codas, um dann über den zentralen Punkt dieses Spiels hinwegzuspringen: Dass es eine Endlosschleife, man das Haus nie verlassen kann. Und noch viel mehr.

    Das spannende ist halt, dass es auf vielen Ebenen funktioniert. Als Spiel über Depression, als Spiel über das Kreativ-Sein, als Spiel über das Verhältnis zwischen Entwickler und Spielenden.

    Und das ein Spiel mal aus einer anderen Perspektive kommt, neue Wege geht, in dem es eben nicht den klassischen Konventionen entspricht und dich als Spielende/r in eine Welt wirft, die du erfährst. Sondern es quasi eine Präsentation an mich ist, finde ich beeindruckend und daher einen wichtigen Schritt in der Weiterentwicklung der spielerischen Erzählmöglichkeiten.

    Jetzt ist für mich noch die Frage an Daniel, ob es anmaßender wäre, dass viele Leute des „Coolsein“willens vorgeben The Beginners Guide gut zufinden, ohne es richtig(TM) zu verstehen, oder zu verkünden, dass die Mehrheit nur vorgibt, das Spiel toll zu finden, ohne es richtig(TM) zu verstehen, um gut anzukommen…

    • Ich glaube, ich habe deine Frage an mich nicht richtig verstanden. War mir zu meta.

  • Jominathor

    Sehr schöner Podcast! Eure Überlegungen zum Spiel decken sich zum Großteil mit meinen. Ergänzend hinzufügen würde ich noch die Theorie, dass Coda im Grunde Davey selbst und seine psychischen Probleme nach dem Release von Stanley Parable darstellen soll (nachzulesen in diesem Blogartikel von ihm http://www.galactic-cafe.com/2014/02/game-of-the-year/).

  • Matze

    Bezüglich Coda noch das hier:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Anonyme_Co-Abh%C3%A4ngige , abgekürzt CoDA. Wreden hat nach dem Erfolg von Stanley Parable zog Wreden (hat er so in Interviews gesagt) sein Selbstwertgefühl vA aus der Anerkennung von außen, so wie der Wreden im Spiel die Anerkennung daraus zog, Codas Spiele anderen Leuten zu zeigen, die davon begeistert waren.

    Wie man das jetzt genau interpretieren möchte, überlasse ich jedem selbst ^^

    • ui, sehr guter Fund. Das ist für mich eindeutig, dass das kein Zufall ist. Danke!

      • Atra Ne

        Interessant ist hier auch „CODA“ aus “ The Magic Cycle“….die Achtung

        „Spoiler“ ( der Lächerlichkeit wegen)

        Perfekt diese Krankheit zeigt, auf ein Werk bezogen, nicht auf eine Person.

        Wer das Spiel kennt weiß auch wie dies enden kann.
        Und „The Standly Parable“ als Urvater von “ The Magic Cycle“ greift vom Entwickler her dieses Motiv vom nachfolgenden auf.
        Zweitgeborenen.

        Das erscheint mir als wunderbares, unerwünschtes Sinnbild, das gedanken immerzu im Fluss sind.

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