Hmmm … Black Pants? Da klingelt es doch? Genau! Das war das Indie Studio, das vor einiger Zeit das sehr witzige Tiny and Big gemacht hat. Seitdem war das Team keineswegs untätig und hat ein paar neue Projekte begonnen, von dem kürzlich eines erschienen ist: „Blow Away“ heisst ihr neues Spiel für Mobiltelefone und lässt mit dem Art Design und einigen verrückten Ideen die unverkennbare Handschrift des Studios erkennen.

Micha hat Christian Niemand aus dem Team eingeladen und spricht mit ihm nicht nur über die neue Veröffentlichung, sondern auch über Black Pants‘ bisherige Erfahrungen in der Branche und das schwierige Dasein eines Indie-Spieleentwicklers.

  • Axel

    Man muss aber auch fairerweise sagen, dass es sau schwer ist einen Überblick über Appentwicklungen direkt aus Deutschland zu bekommen. Spielepresse machen gar keine iOS Spiele und ansonsten gibt es keine wirklichen Newsseiten die sich darauf spezialisieren. Also was macht man? Man schaut was TouchArcade & Co. so bringen. Es ist schade, aber leider nicht zu ändern.

    • Christian Niemandd

      Da hast Du natürlich vollkommen recht. Der (mobile) Games Markt ist ja so oder so völlig übersättigt. Dort zu filtern von wo ein Spiel kommt wäre auch ziemlich aufwändig. Für die Spieler wird ja in den Stores bereits alles schön aufbereitet. Leider gibt es dort aber keine regionalen Vorzüge. Meiner Meinung nach müsste Die Spiele Presse mehr auf einheimische Produktionen eingehen, um da etwas Rückenwind zu erzeugen. Aber letztendlich entscheidet es halt der Leser auf was er klickt. Von daher ist es nachvollziehbar, wenn die Presse nur über internationale Blockbuster berichtet. Zumindest würde ich mir wünschen, dass man mit qualitativ guten Produkten (auch wenn es mobile Sachen sind) etwas leichter bei der einheimischen Presse durchkommen könnte. Denn soooo viele Produktionen kommen ja auch wiederum nicht aus Deutschland.

      • Axel

        Wir bei AppGemeinde.de versuchen ja immer mal wieder auch ein Hauptaugenmerk auf deutsche Studios zu legen. Aber selbst ich, der sich nun ebenfalls recht intensiv mit der Materie auseinandersetzt, hat extreme Schwierigkeiten einen Überblick zu behalten. Und nun stell ich mir das aus der Sicht eines normalen Konsumenten vor. Das ist irrsinn!

        Das ist auch der Nachteil zu Systemen wie die von Nintendo. Eben weil im App Store so unendlich viel Müll erscheint, es dort keinerlei Qualitätskontrolle gibt, haben viele keine Lust dort auch nur irgendwie mal auf die Suche zu gehen. In gewisser Weise erinnert das an den Videospielcrash 1982/83, der ja auch nur entstanden ist, weil es so unglaublich viel mist auf dem Atari 2600 erschien, es keine Qualitätskontrolle gab. Das sorgt heute dafür, dass die Leute ihr 10-15 Apps nutzen und das wars dann auch.

  • Erik

    „Tiny and Big“ habe ich schon länger in meiner Steam-Lib, weiß aber nicht mehr genau warum – ob es ein Text-Review war, oder eine Steam-Promo. Das WTF von Total Biscuit kommt mir nicht bekannt vor, vielleicht hat TB es aber in einem seiner „Best-of-Sale“-Videos zu einem der Steam-Sales noch einmal kurz gelistet.
    „About Love, …“ habe ich total verpasst, dabei muss es vor wenigen Tagen auf meinem Schirm gewesen sein, als ich die „Top Discounts“ beim aktuellen Humble-Sale durchgegangen bin. Da Humble keine Wertungen mitlistet, habe ich es da in der Menge auch wieder verpasst.

  • André

    Das ‚Indie‘ negativ („nicht positiv“) assoziiert ist, höre ich das erste mal. Die Diskussion ging doch eher immer darum, dass die Bezeichnung ihre Aussagekraft verloren hat. Entsprechend das ewige „Ist das noch Indie?“.

    Auch die Thesen zum deutschen Spielemarkt kann ich so nicht unterstützen. Zum Beispiel gelten Spielegenres wie Adventures, Alltagssimulatoren oder Wirtschaftsaufbauspiele deshalb als typisch deutsch, weil sie hier einen Absatzmarkt und Popularität genießen, die sich in anderen Märkten eben nicht in gleicher Form finden (Zitat Tim Schafer „adventure games [..] exist in our dreams, in our memories and in Germany“). Und soweit ich weiß, sind sie auf diesen heimischen Absatz auch angewiesen.

    • Christian Niemandd

      Ich habe das auch schon des öfteren gehört. Allerdings nicht aus der Industrie, sondern von den Spielern. Aber ganz klar gibt es da eine gewisse Unschärfe bei der Definition des Begriffs :)

      Bzgl. des Tim Schäfer Zitats kann ich nicht so ganz beipflichten. Ich habe mir da eben mal ein paar SteamSpy Einträge zu Point & Clicks, Adventures und Simulatoren angeschaut und kann keinen merklichen Unterschied zur allgemeinen Verteilung von Spielen feststellen. Einzig bei den Daedalic Spielen erschien mir Deutschland im Verhältnis sehr stark aber immernoch hinter den USA. Keiner will natürlich auf einen europäischen Absatzmarkt verzichten. Aber ich glaube, dass DE ein Adventure und Simulator Land ist, ist ein Klischee. Zumindest gespielt werden die scheinbar in jedem Land ähnlich verteilt wie andere Spiele auch.

      • André

        Zur Sicherheit ich will natürlich nicht sagen, dass die deutschen Absätze die internationalen ersetzen, sondern nur Teil der Kalkulation sind. Das Zitat von Tim Schafer ist auch schon wieder erschreckende vier Jahre alt. Vielleicht galt das ja in der Vergangenheit, wenn nicht gegenwärtig. Hat sich erstmal eine solche Zuschreibung im Bewusstsein verankert, hält sie sich oft, selbst wenn es sie eigentlich nur auf einem kurzfristigen Trend basierte. Für die Bewertung bräuchte man aber eine richtige Studie. ;) Wäre in jedem Fall interessant. Aber ja möglicherweise gehen die Effekte komplett auf die Marktgröße, im Wesentlichen also Bevölkerungszahl, zurück. Das ist eine andere Erklärung, die ich auch schon gehört habe, dass die Größe des deutschen Marktes die Art von Spielen, die hier produziert werden, bestimmt. Zumindestens früher hatte man als heimischer Hersteller im deutschen Markt vielleicht doch eine sicherere Position als im internationalen mit mehr Konkurrenz. Das hat sich vermutlich dadurch, dass heute alles durch wenige Marktplätze wie eben Steam geschleust wird, für den Onlinebereich deutlich geändert.

      • Christian Niemandd

        Stimmt, dann macht das Schäfer Zitat auch mehr Sinn. Daedalic hatte meines Wissen einige Probleme bei Steam den Fuß in die Tür zu bekommen. Daher hatten die vermutlich auch vermehrt Mühe in den einheimischen Markt gesteckt. Das relativiert sich jetzt vermutlich langsam durch die Verfügbarkeit bei Steam.

  • tinytouchtales

    Ich sitz im selben Boot, aber ich bin nach wie vor der Meinung das Spiele (egal welcher Art) nur wegen ihrer Qualität promoted werden sollten. Es hilft niemandem ein „Deutsche Spiele Special“ zu machen, wenn diese Spiele einfach schlecht sind.

    • Christian Niemandd

      Was die Qualität angeht sehe ich das ganz genauso. Ich will ja auch gar nicht, dass über jeden Mist berichtet wird. Ich würde mich nur sehr darüber freuen, wenn man als deutscher Entwickler nicht erst den Umweg über die internationale Presse gehen müsste. Aber die „Made in Germany“ Reihe von Piet ist/war ja scheinbar auch zum Scheitern verurteilt, ansonsten würde es davon ja mehr Folgen geben. Wie schon oben erwähnt entscheidet letztendlich der Spieler auf welchen Beitrag er klickt. Insofern muss man so oder so versuchen in internationalen Qualitätsstandards zu denken. Wie war denn das bei Card Crawl? Hat die Berichterstattung eher in Deutschland begonnen oder eher international? Oder habt ihr das einfach nur in den Store gestellt und geschaut was passiert? Würde mich da sehr gerne mal mit Euch austauschen. Wenn ihr Lust habt auch gerne über Sykpe.

      • tinytouchtales

        Naja ich fokussiere meine „Marketinganstrengungen“ nur auf den international sprich amerikanischen Markt. Eigentlich gibt es für mobile nur ein wichtiges Outlet und das ist Toucharcade. Wenn du auf Toucharcade gefeatured wirst schreiben alle anderen auch über dich. Pocketgamer und auch Pockettactics (vor allem Pockettactics) habe uns bei Card Crawl kräftig unterstützt. Letztendlich zählt aber nur ein Apple/Google featuring. Es gibt da auch kein Geheimnis oder so. Dein Spiel muss besser sein als 98% was in dieser Woche auf den Markt kommt, du musst eine Fanbase haben lange bevor du released, natürlich muss du mit den Platformhaltern in direktem Kontakt sein und du brauchst einfach sau viel Glück.
        iPlayApps und auch Appgefahren sind soweit ich das sehe relevante deutsche Blogs für mobile.

      • Christian Niemandd

        Okay, das ist im Prinzip das was man eigentlich so kennt. Schade, dass die Stores einen so endlos großen Einfluss haben. Aber vermutlich spielt auch alles zusammen. Die Stores schauen sich ja auch um was gerade angesagt ist.

        Auf jeden Fall vielen Dank für den Austausch Deiner Erfahrungen!

      • Manuspielt

        Ist doch logisch. Die Leute haben die Folge Insert Moin zu Card Crawl gehört und dann ging das Ding ab wie ein Zäpfchen!

      • So hab ich’s auch in Erinnerung.

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