Bei Gran Turismo 6 sind die Augenbrauen vieler Spieler hoch gegangen: Warum ist Sony’s Vorzeige-Marke noch für die PS3 erscheinen, wäre es doch ein hervorragender Starttitel für die damals quasi unmittelbar darauf erschienene PS4 gewesen? Darüber wird man sich ab Herbst diesen Jahres keine großen Sorgen mehr machen müssen: Mit GT Sport erscheint ein neuer Teil, diesmal natürlich für die aktuelle Konsole. Aber Moment … keine 7 im Titel? What the …?

Micha war zusammen mit Michael Wieczorek, Videojournalist bei Golem, und Thomas Stuchlik, der PixelconnectTV betreibt, auf einer Previewveranstaltung zum Spiel … und alle drei hatten am Ende mehr Fragezeichen über dem Kopf, als ihnen lieb war.

Im Anschluss gibt es noch eine Aufzeichnung von der Q&A-Session mit Kazunori Yamauchi, dem Präsidenten von Polyphony Digital.

  • Joachim Fiess

    Ihr habt leider zu wenig Erfahrung / Ahnung von Rennsimulationen und der Szene. Die Rennfahrerwelt hat sehr wohl was davon. Die GT Academy Gewinner sind heutzutage alle Profifahrer und fahren LeMans und auch 24h Nürburgring (u.a.).
    Dazu kommen diverse Rennfahrer, die in Rennsimulationen ihre Trainingsrunden fahren. Beispiel gefällig? Max Verstappen, jüngster Formel 1 Gewinner aller Zeiten, fährt aktiv iRacing (in Ligen usw.).
    Und eSport – in jeder Hinsicht – hat eben nix mit „auf der Couch sitzen und spielen“ zu tun. Egal ob CS, Heartstone, FIFA oder eben Rennspiele… Es geht bei allen eSportlern nicht ohne klare Trainingszeiten, bestes Equipment usw. usw.

    Leider leidet auf Grund des mangelnden Hintergrundwissens Eurerseits der an sich tolle Podcast heute darunter. Schade…

    • Michael Wieczorek

      Die Punkte wurden doch alle genau in der Form angesprochen.

    • Christian

      ich finde den Kommentar ein wenig hart und unfair formuliert.
      Auch wenn ich grundsätzlich sagen muss, dass dieser immer wieder gemachten Vergleich eSports und echte Rennfahrer leider unglücklich war teilweise.

    • Danke für das Feedback! Aber ich schließe mich Michael W. an: Über diese Punkte haben wir gesprochen. Wie du richtig angemerkt hast, sind ein paar GT Academy-Fahrer zu richtigen Rennfahrern ausgebildet worden. Was anderes sagen wir ja gar nicht.

      Ja, man kann Prinzipien und Streckenlayouts an Simulationen lernen, ja, man kann vielleicht sogar Unterschiede bei Autos erproben, aber niemals, aber wirklich niemals wird man selbst mit dem besten Lenkrad und Super-Sitz, sowie Surround-Bildschirm-Megasetup allein durch das Spielen von Gran Turismo oder irgendeiner anderen Simulation zum Rennfahrer. Das kann lediglich ein Einstieg sein, und wir haben im Cast herausgestellt, dass Fahrer ausgehend von guten Zeiten in GT zu Rennfahrern ausgebildet werden KÖNNEN.

      Warum? Weil die Fliehkräfte fehlen. Weil der Lärm fehlt. Der Geruch. Die Anspannung. Der Helm auf dem Kopf. Der Funkverkehr. Der Geschmack im Mund. Die Zehntausend Augen, die dich beobachten. Einfach alles, was die Realität ausmacht. In einer Simulation ruht der Körper an einer Stelle, im Auto bewegt er sich mit. Da freut sich die Eustachi-Röhre! Deshalb sind wir skeptisch, ob es Sinn macht, digitale und echte Rennfahrer auf der gleichen Bühne auszuzeichnen. Das ist schlicht nicht vergleichbar.

      Dass zum Beispiel Max Verstappen Rennspiele mag und iRacing fährt, macht iRacing nicht zum Rennersatz. Und – wie wir im Cast gesagt haben – soll GT Sport ja nicht nur an die 1% verkauft werden, die anspruchsvollen e-Sport machen, sondern an viele, viele Spieler auf der ganzen Welt. Wenn überhaupt, dann profitiert hauptsächlich Gran Turismo von der Kollaboration mit der echten Rennwelt, nicht umgekehrt.

      • Joachim Fiess

        Ich finde einfach, ihr reduziert es viel zu sehr. Fakt ist eben, dass nicht nur ein paar Spieler zu Rennfahrern werden könnten, sondern erfolgreiche Profi Rennfahrer geworden sind.
        Desweiteren spielt ein Max Verstappen z.B. iRacing genau wegen der realistischen Möglichkeiten seine „Rennintelligenz“ – sprich Überholmanöver und weiteres – zu trainieren. Mir gefällt Eure abfällige Art und Weise einfach nicht. Möglicherweise sind ein paar „Playstationfahrer“ halt auch Kreise um Euch auf der Rennstrecke gefahren.

        Dass eine Simulation niemals ein echtes Auto ersetzen kann ist absolut klar, ABER:
        Vom Fighterpiloten bis zum Rennfahrer nutzen diese heutzutage Flug- und Rennsimulationen um sich auf reale Situationen vorzubereiten und diese zu trainieren. Und heutzutage werden dafür eben nicht mehr die superteuren Simulatoren benutzt sondern auf Grund der online vorhandenen sehr guten Gegner und der sehr guten Spiele eben genau die.
        Die Anwort hier zeigt auch wieder deutlich, dass ihr eben nicht die Szene tatsächlich kennt und Euch damit auseinander gesetzt habt. Schade.
        Gute Rennsims sind eben nicht mehr einfach nur Couch-Spiele sondern mehr und für viele echte Rennfahrer eine Möglichkeit den Thrill von side-by-side, slipstream und Rennen ohne die Risiken Geld und Leben erleben zu können, weil sie so gut und realistisch sind. Ach ja, und von wegen „Mann im Ohr“: Es gibt auch in den Sims 24h Rennen, da ginge es ohne Mann im Ohr gar nicht…

      • Michael Wieczorek

        Dass Spieler über den Anfang von Rennsims und die nachfolgende echte Ausbildung und Training zu professionellen Rennfahrern geworden sind, betonen wir eindeutig im Cast und geben auch Beispiele. Da kann man nichts weiter reduzieren.

        Thomas und ich fahren beide in Online-Ligen selber mit. Wer denkt, ich habe mit Sim-Racing keine Erfahrung darf auch gerne Lutz Enger von Sim-Race.TV kontaktieren (https://www.facebook.com/lutz.enger/posts/1292060660821670), etwas in der Vergangenheit von eGames stöbern oder nochmal mit weniger Voreingenommenheit den Podcast hören. Ich war schon selbst so verrückt mit Leidenschaft an echten 24 Stunden-Rennen teilzunehmen, teils während der Freizeit, teils um Berichte über die Szene zu schreiben. Wir erwähnen mehrfach im Podcast die Vorzüge von mehr Realismus, detaillierteren Regeln, Boxenstopps, etc.

        Ich kann Deine genannten Punkte alle nachvollziehen und würde sie bei vielen anderen Menschen, die sich abfällig über die Sim-Racing-Szene und deren Entwicklung äußern selbst so verfassen. Es verletzt mich aber, wenn jemand sich so gegenüber mir äußert. Ich weiß, wie nah dran sich Sim-Racer anfühlen können und habe meine Freude daran mich sehr kompetitiv um Tausendstel mit anderen zu messen. Fakt ist aber auch, dass bei GT Sport noch jede Menge passieren muss, damit dieser Titel (um den es im Podcast nun einmal primär gehen sollte) in dieser Szene Fuß fassen kann. Der Mix aus „Autofahren kann ja jeder“ und „wir wollen Rennsport allen Spielern näher bringen“ passt eben aktuell noch nicht zur formulierten Vision für GT Sport und dem was wir handfest spielen durften. Und das Anliegen meiner Kollegen und mir war es, diese Skepsis rüberzubringen – und nicht Skepsis gegenüber der äußerst freundlichen, tiefen und faszinierenden Sim-Racing-Szene am PC zu äußern.

      • Joachim Fiess

        Danke für Deine offenen Worte! Ich bitte zu entschuldigen, dass ich das etwas zu stark auf die Rennsim Szene bezogen hab. Mir kam dieser Unterschied zu GT Sport irgendwie nicht genug rüber. Deine Antwort zeigt mir, dass wir ja wohl ganz dick auf der gleichen Seite hier stehen :)
        Alles gut, und schauen wir mal, wie sich der eSport Bereich von GT Sport dann entwickelt…

  • tBmBlain

    Hallo Leute! War mal wieder ein schöner Podcast.
    Leider habe ich dann doch eine Sache zu beklagen.
    Es wurde ja auch recht viel über die Konkurenzprodukte und Erfolge gesprochen und auch immer wieder auf Forza als positives Beispiel eingegangen. Als totaler GT-Fan wollte ich dies jedoch nicht so ganz so stehen lassen. Forza war niemals an den Verkaufszahlen eines GT’s und selbst das bisher am wenigsten verkaufte GT, nämlich GT6 mit ca. 3,5 Mio Einheiten würde immer noch Forza 5 (2,2 Mio) und Forza 6 (1,6 Mio) schlagen. Zumal ich selbst von eingefleischten Forza-Fans höre, dass Forza 6 gar nicht mehr so toll sein soll. Wer sich generell für Game-Verkaufszahlen interessiert kann ja mal bei vgchartz gucken.
    (im übrigen waren die anderen vollwertigen GT-Spiele alle über 10 Mio.-Einheiten)

    Grundsätzlich pflichte ich euch aber bei dass Rennspiele sich kaum bis gar nicht weiterentwickeln. GT3 war damals für mich der Kaufgrund für die PS2 und nur wegen diesem Spiel habe ich sie gekauft und Monate nichts anderes gespielt. Man fragt sich ohnehin wo die wirklich guten Entwickler wie

    Geoff Crammond und Co. hin sind!?! Noch heute gibt es keinen besseren Formel 1 Racing-Sim. als Formula One Grand Prix und dessen Nachfolge-Versionen. Vieleicht könnt ihr dazu mal einen Poscast machen? :)

    • Oh, Danke für die Korrektur. Die Zahlen von Forza waren mir nicht geläufig. Wir drei hatten nur den Eindruck bekommen, dass die Zugänglichkeit bei Forza einfacher ist, und es deshalb hervorgehoben. Aber gut, dass du richtig gestellt hast, dass die Zahlen von GT höher liegen.

  • iUserProfile

    Ah! Sweet little sixteen … hundred.

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