Mirror’s Edge Catalyst ist der lang erwartete Nachfolger des ungewöhnlichen Parkour-Spiels von DICE aus dem Jahr 2008. Seit nun fast 8 Jahren rufen Fans und Kritiker nach einem Nachfolger, 2016 sollte es tatsächlich so weit sein und EA hat den Schweden ein Zeitfenster neben Star Wars: Battlefront und Frostbite-Engine eingeräumt, um die Saga um Faiths Rennkünste in der City of Glass neu erzählen zu können.

Micha und Manu haben sich an den Abgrund gewagt und ausprobiert, ob das Spiel die hohen Erwartungen elegant überspringt oder mit den modernen Open-World-Ansätzen einen Schritt zu weit ging.

  • Karsten

    Wie kommst Du auf drei Jahre Knast? Erzählt Ihr Auftraggeber (der mit dem Tattoo an der Wand) nicht etwas von einem halben Jahr?

    Grüße!

  • Ohne dass ich da jemandem auf’n Schlips treten will und grad Micha ist ja großer Fan der Reihe, aber meiner Wahrnehmung nach hat „Mirror’s Edge“ ´nen stark überschätzten Ruf. Da hat EA vielleicht ein bisschen fehlinterpretiert, was in den Foren jahrelang gefordert wurde.
    Den ersten Teil haben echt viele gekauft, weil´s halt den Innovationsfaktor hatte, aber so richtig gern gespielt haben´s dann verhältnismäßig wenige. Wie gesagt: Wahrnehmung und Relation.
    Ich kann´s auf alle Fälle nachvollziehen, weil der erste Teil eine unglaublich schlechte, vorhersehbare, lahme Story mit noch schlechteren, vorhersehbareren, lahmen Figuren hatte (und Faith hat damals den MTV Game-Award als beste Heldin gewonnen?!!!). Und das Gameplay war echt ausbaubedürftig. Is ewig her, dass ich das durchgespielt habe, aber wenn ich an den ersten Teil denke, denk ich daran, dass man vor allem lernen musste, die verhunzten Regeln des Spiels zu meistern, die nur wenig mit physikalischer Logik zu tun hatten. Und ja, man konnte das Spiel meistern, aber nur, wenn man lernte, mit seinen Fehlern zu rechnen.

    Ich kann nur hoffen, dass das neue Spiel genau da was ändern konnte.
    Doofe Schusssequenzen schön und gut, aber wenn bei ´nem Parcour-Spiel aus Egoperspektive weder die Egoperspektive noch der Parcour richtig funktionieren, liegt´s ja auch auf der Hand, warum´s dann nicht der große Erfolg war.
    Um mal sinngemäß meinen Gebrauchtspielehändler indirekt zu zitieren:
    Nach all den Fifa-Spielen war Mirror´s Edge das am meisten abgegebene Spiel in seinem Laden, weil viele das erwartungsvoll gekauft und enttäuscht nach wenigen Leveln abgebrochen haben.

    • derJörg

      Ich bin auch irgendwie „Fanboy“ vom ersten Mirror´s Edge und hatte mir mal die Kommentare sowohl zu diesem Teil als auch dem Nachfolger in den Foren durchgelesen.
      Da hieß es, ME wäre zu schwer gewesen. Sorry, kann ich als eher Gelegenheitsspieler (ok, habe schon seit dem Atari 2600 VCS Joystick-Erfahrung) nicht nachvollziehen. Knackig war es an einigen Stellen, aber ich denke, es darf erlaubt sein, auch mal ein paar Anläufe mehr zu brauchen.
      Zudem gab es Kritik am alten und neuen Teil, dass man nicht ballern kann. Ich bin froh darüber, dass genau das kaum möglich war und jetzt auch nicht mehr möglich ist. Wäre MEC ein Shooter geworden, wäre ich mehr als skeptisch gewesen und hätte ggf. auch eine potenzielle neue ME-Reihe wohl eher für mich begraben.
      Wenn das also u.a. die Erwartungshaltung war, bin ich froh, dass sie EA mit beiden Teilen nicht erfüllt hat ;) Zugegeben: Eine vernünftige Story bzw. überzeugende Charaktere hätte man tatsächlich erwarten können – verpasste Chance…

      Ich würde ME und MEC eher als 3D-Ego-Jump & Run bezeichnen, und es sind auch genau dieser Flow, den Micha beschreibt, der Style (den auch einige kritisieren), der geniale Soundtrack und die Spielmechanik, die das Spiel von der Masse herausheben. Und speziell diese Parkour-Spielmechanik gibt es nur bei wenigen anderen Spielen, und dort vielleicht nur schlechter oder „nur“ eingebettet in andere Spielmechaniken (D…. L…., A Story about my uncle, Tron runner).

      Zum Cast: Ich habe bisher nur die Beta durch- und den Release angespielt, aber ich fand den Skilltree ok, weil man so „moderat“ an die verschiedenen Steuermöglichkeiten bzw. Kombos herangeführt wurde. Hätte ich die alle zu Beginn auswendig lernen müssen, hätte ich mich wahrscheinlich schwer getan (vielleicht „altersbedingt“ ;)).
      Und die Kurier-Missionen empfand ich auch noch nicht als unpassend, weil sie ME auf die zu Grunde liegende Parcour-/Jump & Run-Mechanik reduzieren und man ein paar Laufwege mehr „gezeigt“ bekommt (vielleicht ist das im späteren Verlauf unnötig oder sogar langweilig…). Stattdessen bin ich weniger an den User-generierten Time-Trials interessiert.

      Ich hoffe nur, dass sie einem MEC2 noch eine Chance geben – so wie Ubi auch Assassins Creed und Watch Dogs nach einem schwachen ersten Teil noch eine Change gegeben hat. In Kommentaren schreiben viele Interessierte, dass sie auf einen Sale warten – ob das reicht?
      Ich kaufe praktisch nur im Sale, diesmal habe ich den Vollpreis ausgegeben, um eine Weiterentwicklung zu unterstützen, auch wenn mich die seltsamen Charaktere und ihre Story in der Beta ebenfalls noch nicht wirklich überzeugt hatten – mal schauen…

      • Karsten

        Die Kurier-Jobs würde ich diesem Kontext auch anders bewerten als in anderen OpenWorld-Titeln. Hier sind es weniger lästige Fleissaufgaben sondern mehr individuelle Rennen – und nur darum geht es schließlich. Vielleicht wäre das mit einer Kurier-Zentrale oder so für die Story besser gelöst, aber über die Mainstory hinaus sind das sehr dienliche Mittel, um sich weiter dem Rumwetzen zu widmen, wie in anderen Racing-Games ist auch hier der Weg das Ziel, da ist mit persönlich dann der Zweck recht egal. Dass es mit den Werbetafeln auch nette Knobel-Strecken gibt, macht es für mich spielerisch rund. Auch da kann man inhaltlich bequem drauf rumhacken, wäre aber lächerlich.

  • iUserProfile

    Ich habe den ersten Teile sehr spät für mich entdeckt und den neuen gleich zum Release gekauft. Ich bereue den Kauf auch nicht, sehe aber das da noch sehr viel mehr potential drin steckt das man nach meinem Geschmack ander herausarbeiten könnte.
    Die Open-World ist prinzipiell gut und der flow und das feeling des Parcours kann sich dort viel besser entfalten als in den abgesteckten Arealen des ersten Teils. Die Hauptmissionen sind ganz gut, für mein Empfinden aber etwas weniger Intressant als im ersten Teil. Die Story konnte mich leider kaum in ihren Bann ziehen. Die finale Story-Mission war eine recht große Enttäuschung. *Spoiler* Die Idee das man da in drei langen Sequenzen nichts tut als von Rohr zu Rohr zu springen und im letzten Teil hauptsächlich noch per Mag-Rope empor klettert ist in einem Spiel voller Möglichkeiten der Bewegung und Kombinationsmöglichkeiten dieser purer Humbug und einfach nur eine ganz große unverständliche Dummheit. DIe Nebenmissionen haben wie ihr bemerkt habt nicht nur Probleme mit der Sinnhaftigkeit sondern auch mit der Abwechslung. Ich hätte mich gefreut wenn ein paar Anspruchsvollere Klettereinlagen ohne Zeitdruck unter den Liefermissionen gewesen währen oder bessere Ideen in Bezug auf Gegner während der Runs. Am Anfang gab’s eine Tutorialmission wo man auf seinem Weg mehrere Sicherheitsleute attackieren und weiterrenne musste. Ein paar mehr dieser Missionen währen intressanter gewesen und auch unterhaltsamer als diese Ablenkungs oder „Stealth“ Runs. Die Dashes sind intressant und passen gut. Anders als Manu konnte ich viel Spaß am User Content finden und das passt sehr gut zur Welt und zum Spielprinzip. Intressante Route im Spiel zu finden und zu einem Wettrennen umzubauen ist unglaublich spaßig.
    Ich hoffe es gibt noch einen Nachfolger der ein bisschen nach dem Motto weniger ist mehr und mit ein bisschen mehr Kreativität an den Start geht. Ein paar anspruchsvollere physik-und-kletter-puzzle fänd ich schön und eine Welt die etwas konsequenter und glaubwürdiger umgesetzt ist. Diese Leute die da auf den Dächern einfach rumstanden haben wirklich nicht so schön gepasst.

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