Was ist das für 1 Spiel vong Verwirrung her?!?! 

Virginia von Variable State ist die Geschichte einer FBI-Agentin, auf der Suche nach einem vermissten Jungen in einer Kleinstadt irgendwo im US-Bundesstaat Virginia. Wer nach diesem Satz bereits an David Lynch, Twin Peaks oder Akte X denkt, liegt auch schon sehr richtig. Das ungefähr zwei-stündige Erlebnis fängt diese Stimmung der großen Vorbilder gekonnt ein und ist – soviel sei bereits gesagt – auch ähnlich verwirrend und spielt mit den typischen Seh- und in diesem Fall Spielgewohnheiten.

Zusammen mit Simon Krätschmer von den Rocketbeans stellen wir das Projekt kurz vor und tauchen danach in Analysen und natürlich auch Spoilerterritorien ab.

  • Doreen

    Schöner Podcast, hat mir gefallen mitzuhören, wie andere das Spiel fanden und munter interpretieren. Mir hat Virginia auch extrem gut gefallen und es hallt immernoch nach. Ihr habt ja versucht herauszufinden, warum die beiden im Knast gelandet sind. Meine Erklärung dazu ist folgende: Als man im Archiv nach Halperin recherchiert, findet man ja eine interne Akte wo drin steht, dass die Mutter von Halperin zwar eine hoch angesehene Agentin war, sie aber immer mehr zu einem Problem für die Behörde wird, da sie durch ihre unorthodoxen Ermittlungsmethoden auffällig geworden ist. Das ist dem FBI ein Dorn im Auge. Halperin selbst hat die Methoden ihrer Mutter verinnerlicht und wendet selbst “rapidere” Methoden an. Sie finden heraus, dass der Vater von Lucas ein Verhältnis mit dem Schulmädchen hat und wollen ihn verhören in seinem Haus. Niemand ist da und die beiden Agenten brechen einfach ein, vermutlich ohne Durchsuchungsbefehl. Tarver macht das später ja auch in Halperins Wohnung, mit diesem Dietrich. Dem Big Boss gefällt das natürlich nicht, überhaupt sind die internen Ermittlungen ja äußerst fraglich, also wird versucht, die Damen mundtot zu machen bzw. sie für die unüblichen Methoden zu bestrafen. Ansonsten decken sich meine Interpretationen zumeist mit Euren. Vor allem der Hintergrund bzgl. Rassismus ist mir auch ins Auge gestochen, das fing schon damit an, dass in der Akte von Halperins Mutter von “erfolgreichen schwarzen Frauen” die Rede ist. Das zog sich dann weiter bis zum Ende, als vorwiegend die unterschiedlichen Ethnien bespitzelt wurden. Ich vermute auch, dass Halperin verheiratet war oder ist, man den Ehemann aber nie zu Gesicht bekam. In Bezug auf die Kiste vermute ich eine Art “alte Laster oder altes Leben”, als Tarver beginnt umzudenken, verbrennt sie die Kiste um mit vielen abzuschliessen. Das hat dann eher einen symbolischen Charakter. Es tun sich zwischen Tarver und Halperin erstaunlich viele Parallelen auf. Der sterbende Vater von Tarver, dem sie am Krankenbett noch ihren Ausweis zeigte. Vermutlich hat Halperin auch lange Zeit ihre Mutter zu Hause gepflegt, deshalb das leere Krankenbett. Je näher sich die beiden Frauen kamen, umso mehr hat das schlechte Gewissen Tarver zerfressen. Interessant auch, dass man eine Anstecknadel mit einer Sonne finden kann, die Halperin später immer an ihrer Jacke trägt, als freundschaftliches Geschenk. Naja, da kann man noch so einiges finden, aber so einige Fragezeichen habe ich auch noch. Ich denke, so 1-2 Stränge nicht nicht ganz bis zu Ende erzählt worden. Das hat schon etwas von Mullholland Drive oder so, aber insgesamt ein extrem tolles Spiel meiner Meinung nach.

  • jensscholz

    Nur von dem abgeleitet, was ihr erzählt habt: Kann es sein dass die Spielfigur und ihre Partnerin dieselbe Person sind? Quasi Fight Club style? Gerade wenn ihr sagt, dass am Ende nicht mehr klar ist, wen von beiden man spielt?

    • hm, interessanter Ansatz. Ja, könnte echt auch eine Theorie sein!

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