Ist die Spielebranche in der Krise?
Triple-A-Produktionen wie Watch Dogs 2, Titanfall 2 oder auch Call of Duty verkaufen sich aktuell deutlich unter den Erwartungen und deutsche Studios wie Daedalic sprechen von schweren Zeiten und müssen Stellen streichen.
Micha und Manu sprechen im heutigen Le Brunch darüber und versuchen zu beleuchten, ob die aktuelle Situation ein erstes Anzeichen für eine kommende Rezession darstellen könnte – oder wir uns schon mittendrin befinden…
Hinweis: Das ist der Teaser zur Folge. Die vollständige Folge steht unseren Unterstützern auf Patreon zur Verfügung. Dort finden diese dann auch einen speziellen RSS-Feed, mit dem die exklusiven Samstags- und Sonntags-Folgen bequem im Podcatcher oder in iTunes abonniert werden können. Alle Informationen über unsere Kampagne findet ihr unter www.patreon.com/insertmoin

Shownotes

Video von Dennis Kogel:
Video von Stephan Reichart:
Amy Hennig über AAA-Entwicklung:
Deadalic in der Krise:
  • Michael Ferstl

    Warum kaufen sich so wenige COD dieses Jahr, weil viele satt sind von dem Zukunftssetting.

    • Daniel

      Denke nicht, dass es nur am Setting liegt. Wohl eher an der schieren Masse. Mit Doom, Overwatch, BF1, Titanfall2 und CoD:IW sind fünf große Shooter heuer erschienen, die allesamt noch dazu Freischalt-Mechaniken anbieten die den Spieler lange binden sollen. Auch Rainbow Six Siege ist erst im Dezember 2015 erschienen. Und gerade bei einem Genre wie dem Multiplayer-Egoshooter kreuzen sich ja oft die Interessen.

      • Michael Ferstl

        Das kommt dann auch noch dazu, für Singleplayer ist aber auch das Setting wichtig, solche Spieler gibts auch noch :-)

  • Ein wunderbarer (wenn auch düsterer) Cast, dessen Thema den Rahmen eines Le Brunch vielleicht auch ein wenig sprengt. Natürlich ist es manchmal schwer möglich, einen passenden Gast kurzfristig zu finden, aber als Entwickler in der Industrie sehe ich noch ein paar Ebenen, welche mithilfe von Gästen noch weiter beleuchtet werden könnten. Die F2P Szene in Hamburg (Good Games Studios, Big Point usw.) sind z.B. ein eigener Fall für sich, wo Steam keine Relevanz hat. AAA und Indie dagegen sind zwei weitere Fälle, wo unterschiedliche Ideen über die Herkunft der Probleme auftauchen. Vorschlag: Vielleicht das Thema noch ein oder zwei mal aufgreifen mit zusätzlichen Gästen aus Entwicklung und Presse, es bietet meiner Meinung nach genug Tiefe.

    Langfristig bekomme ich persönlich immer mehr das Gefühl, dass es mit den Spielen wie in der Musik zugeht: Auf der einen Seite natürlich die Kommerzprodukte, es entstehen aber auch immer mehr Subkategorien/-genre, es wird immer leichter als Einzelperson über’s Internet Spiele selbst zu produzieren (Stardew Valley, Undertale, Braid usw.) und große Hits werden immer schwieriger und seltener. Aber es gibt mehr Auswahl für die Spieler.

    Und wovon leben die kleinen Bands heutzutage? Konzerttickets und Fan-Support, da Streamingdienste alleine nicht sehr rentabel sind, aber CD’s kaufen nicht mehr Jedermann’s Sache ist. Vielleicht führen die Steam sales und der Überfluss auch dazu, dass wir Spiele irgendwann nur noch wie bei Spotify streamen und eine Monatsmiete beim Streamingdienst da lassen, da nur noch das günstiger ist. Dann wird es für Entwickler umso wichtiger sein, Geld von Fans mit Merchandising und Extra-Leistungen reinzuholen.

    Wenn es dann richtig blöd läuft, wird das eigentliche Spiel irgendwann fast nur noch im Hintergrund stehen und viel wichtiger sein, welche bekannte Persönlichkeiten es spielt, testet oder es entwickelt hat. Das findet bereits statt, sollte aber meiner Meinung nach nicht kippen! Sonst ist der Einstieg für Neulinge fast wieder genauso unmöglich wie noch damals zu Retailzeiten. Und vielleicht gibt’s dann auch Penisse in Owlboy…

  • Andreas S.

    Die meisten SpielerInnen sind übersättigt oder enttäuscht. 38% der Steam-Spiele sind dieses Jahr erschienen (s. http://www.gamestar.de/software/valve-steam/steam,635,3306170.html). Auf GOG.com startet der nächste Sale. Ich weiß eh nicht mehr was ich kaufen soll. Von meiner Steamliste hab ich nur 1/3 überhaupt gestartet.

    Ich frage mich, was aus den ganzen Leuten geworden ist, die über die Nintendo Wii zum Spielen gekommen sind. Irgendwie sind die doch von der Industrie im Regen stehen gelassen worden. Für die Mehrheit davon war es ein netter Ausflug, der ab und an wiederholt wird. Ich denke aber, dass ein Drittel mit der richtigen Motivation zum weiterspielen bewegt werden hätte können. Nintendo hat den Markt vergrößert, aber keiner hat sich überlegt, wie es langfristig so hätte bleiben können. Stattdessen wird Werbung für die AAA-Titel verballert. Die Hardcore-Spieler sind auch ohne Fernsehwerbung oder Plakaten am Bahnsteig informiert und die meisten anderen lässt es kalt. Wieso schalten die großen Publisher nicht einfach Werbung für Spiele, wie Valiant Hearts, The Witness oder Everyone Gone to Rapture?

    Wie die Indie-Entwicklerteams, die mit Fuchtelsteuerung Angefixten erreichen kann, weiß ich nicht. Sie müssen auf jedenfalls kreativ sein. Würden die großen Publisher die Angefixten massiv bewerben, sehe deren Chance besser aus.

    Micha hat es schon angedeutet. Vielleicht braucht es einfach mal eine Talfahrt um alle durchzurütteln und mit Schwung neue Gipfel zu erklimmen.

  • Orphois

    Toller Cast, hat eigentlich nur Dennis noch gefehlt :) Ich bin absolut bei euch bei dem Thema „Übersättingung“!

    Ich weiß gar nicht mehr wohin mit den Spielen und wenn ich dann wieder an so Openworldspiele und Rollenspiele wie Skyrim, Fallout 4, GTA 5, Final Fantasy XV, Assassins Creed und Far Cry denke, die Unsummen an Stunden kosten und gefühlt jedes Jahr rauskommen…da bekommt man fast Panik. So schön es auch ist ein so große und tolle Auswahl zu haben, manchmal genießt man die Spiele kaum noch oder fängt sie erst gar nicht an. Ganz anders damals, als man sich oft wochen oder monatelang mit einem Spiel befasst hat.

    Für mich persönlich hatte die Spieleflut zusammen mit anderen Lebensumständen (mehr Geld für Spiele und gleichzeitig weniger Zeit) der letzten Jahr vier Folgen denke ich:

    Ersten der Abschied vom PC und seinen Steam Sales und hin zu den Konsolen.

    Zweitens kaum noch digitale Einkäufe, da physische Kopien für mich „wertiger“ und präsenter sind (im Sinne Spiel mich, hier bin ich). Außerdem bremsen sie mein Kaufverhalten, da oft länger teurer.

    Drittens kaum noch der Kauf von Spielen zum Release, da ich ja sowieso zu viele ungespielte Spiele habe und lieber auf Angebote von physischen Spielen warte (dauert so auch etwa so länger, änder sich gerade aber auch, siehe Titanfall 2 oder noch extremer Battleborn). Ausnahme bilden für mich da Multiplayer-Spiele.

    Und zu guter Letzt viertens eben diese Multiplayer-Spiele, die einerseits meist kurzweilig sind (schnell rein, schnell raus für 1-2 Std.) und mich lange unterhalten. Gleichzeitig sind sie aber irgendwie unendlich, ohne diesen Druck des „Durchspielens“ aufzubauen und man muss nicht so sehr dran bleiben.

    Summa summarum, fast alles Faktoren, die dem Verkauf von riesigen super umfangreichen Videospielen zum Release entgegenstehen. Ach ja und dann gibt es ja noch iPad und PlayStation Plus ;-)

  • Orphois

    Toller Cast, hat eigentlich nur Dennis noch gefehlt :) Ich bin absolut bei euch bei dem Thema „Übersättingung“!

    Ich weiß gar nicht mehr wohin mit den Spielen und wenn ich dann wieder an so Openworldspiele und Rollenspiele wie Skyrim, Fallout 4, GTA 5, Final Fantasy XV, Assassins Creed und Far Cry denke, die Unsummen an Stunden kosten und gefühlt jedes Jahr rauskommen…da bekommt man fast Panik. So schön es auch ist ein so große und tolle Auswahl zu haben, manchmal genießt man die Spiele kaum noch oder fängt sie erst gar nicht an. Ganz anders damals, als man sich (notgedrungenermaßen) oft wochen oder monatelang mit einem Spiel befasst hat.

    Für mich persönlich hatte die Spieleflut zusammen mit anderen Lebensumständen (mehr Geld für Spiele und gleichzeitig weniger Zeit) der letzten Jahr vier Folgen denke ich:

    Ersten der Abschied vom PC und seinen Steam Sales und hin zu den Konsolen.

    Zweitens kaum noch digitale Einkäufe, da physische Kopien für mich „wertiger“ und präsenter sind (im Sinne Spiel mich, hier bin ich). Außerdem bremsen sie mein Kaufverhalten, da oft länger teurer.

    Drittens kaum noch der Kauf von Spielen zum Release, da ich ja sowieso zu viele ungespielte Spiele habe und lieber auf Angebote von physischen Spielen warte (dauert so auch etwa länger, änder sich gerade aber auch, siehe Titanfall 2 oder noch extremer Battleborn). Ausnahme bilden für mich da Multiplayer-Spiele.

    Und zu guter Letzt viertens eben diese Multiplayer-Spiele, die einerseits meist kurzweilig sind (schnell rein, schnell raus für 1-2 Std.) und mich lange unterhalten. Gleichzeitig sind sie aber irgendwie unendlich, ohne diesen Druck des „Durchspielens“ aufzubauen und man muss nicht so sehr dran bleiben.

    Summa summarum, fast alles Faktoren, die dem Verkauf von riesigen super umfangreichen Videospielen zum Release entgegenstehen. Ach ja und dann gibt es ja noch iPad und PlayStation Plus ;-)

  • Edgar Hildheim

    Watch Dogs 2 und Titanfall 2 verkaufen sich schlechter weil ihre Vorgänger schon nicht überzeugen konnten und sich die Spieler nun mal an diesen orientieren.

    Call of Duty kam nur auf der Current Gen und nicht mehr auf der Last Gen heraus. Die Userbasis ist hier wesentlich kleiner, ergo gibt es auch weniger potentielle Käufer. Hinzu kommt dass aufgrund der digitalen Limited Editon Bundles hier viel mehr Leute zugeschlagen haben dürften und diese Verkäufe werden öffentlich nicht gezählt.

    Bei Deadalic überrascht es mich schon seit Jahren dass die sich überhaupt über Wasser halten können. Die dürften sich mit Silence aber „leicht“ übernommen und sowohl die Produktionskosten unter- als auch ihre Käuferbasis überschätzt haben.

Insert Moin © 2017