FIFA 14

„Hass gehört nicht ins Stadion. Solche Gefühle soll man gemeinsam mit seiner Frau daheim im Wohnzimmer ausleben“, sagte dereinst der große Fußballphilosoph Hans-Hubert Vogts. Eignet sich FIFA 14, um seine Aggressionen im heimischen Wohnzimmer auf der Konsole auszuleben, oder sorgt die diesjährigen Auflage der Fußballsimulation gar für noch mehr Frust?

Um das zu klären, hat sich Daniel seine beiden GamesMarkt-Arbeitskollegen Florian und Patrick (@PatrickMaier) eingeladen. Die machen seit Wochen während der Arbeitszeit in der Mittagspause nichts anderes, als sich in FIFA 14 zu duellieren. Welche Eindrücke sie dadurch vom Spiel haben, klären sie im Podcast:

  • Matthias

    Ich sags gleich: Ich habe FIFA 14 nicht gespielt.

    Muss ich auch nicht, denn ich glaube, dass sich seit FIFA 09 nichts wesentliches mehr getan hat. FIFA 09 war der Big Bang, der Umschwung, der noch die letzten aus ihrem PES-Gewässer gefischt hat. Seit dem verspricht EA Sports mit jeder jährlichen Iteration neue essenzielle Features, die angesprochenen Bullet Points. Tactical Defending, Impact Engine und Ignite Engine sind nur drei davon. Haben sie tatsächlich das Spiel verbessert?

    Jetzt liegen die Hoffnungen auf dem Next Gen FIFA. Die zuvor proklamierten Downloadgrößen lassen nicht viel mehr erwarten: 8GB. Während das umwerfend aussehende und gut designte NBA 2k14 satte 49 GB auf die Waage bringt. In der Informatik ist reine Größe kein Qualitätsmerkmal. In der Unterhaltungsindustrie aber schon. Wo sollen denn die tollen Next-Gen-Grafiken versteckt sein? In der Microsoft Cloud?

    Aus Chronistenpflicht habe ich FIFA 09-13 (zum Teil) leidenschaftlich gespielt. Als leidlich begabter Fußballer, Sport-Nerd und Taktikinteressierter zählt für mich aber nur Pro Evolution Soccer als Übertragung des „Schönen Spiels“.

    PES ist so als würde der FC Barcelona am Böllenfalltor zu Darmstadt in 90er Jahre Trikots auflaufen. Sie wären hässlich, würden aber die wundervolle Essenz des Spiels verkörpern. Der Ball in den Raum… Das reingestocherte Tor …

  • cejian

    Ohne jetzt genauer informiert zu sein… Aber ganz naiv betrachtet, ist es nicht etwas, nun ja -naiv- zu erwarten, das die ps4/xbone Variante eine wesentlich andere KI spendiert bekommt?

    Das wären durchaus ein durchaus relevanter zusätzlicher Aufwand (=Kosten), wohingegen die installierte Hardwarebasis (=potentieller Ertrag) noch sehr überschaubar ist. Insbesondere wenn man bedenkt, dass die PC-Version in die man das wohl mit relativ geringem Aufwand hätte portieren können nur ein ‚legacy-editon ist.

    Ich würde da nicht mehr als ein moderates grafisches update und ein bis zwei gimmick-features erwarten, aber vielleicht überrascht EA ja auch mal positiv.

  • Egoshootermane

    Lustig, die Aussagen im Podcast erinnern mich an mich, als ich noch selbst FIFA gespielt und nach Ausreden bei Niederlagen gesucht habe. Da war die Verteidiger-KI auch immer scheiße, EA hatte ganz sicher irgendeine Routine eingebaut, die MICH benachteiligte, der andere hatte natürlich immer DIE Noob-Übermannschaft ausgesucht und ansonsten stand der Mond regelmäßig ganz ungünstig.
    (Also ähnlich wie im echten Fußball, wo es in – gefühlt – 90 Prozent der Fälle die Schuld des Schiedsrichters war.)

    Sicher, dass das Spiel wirklich so schlecht ist oder wollen die Herren einfach nur ihre Niederlagen umdeuten? ;-P

    • Du würfelst hier zwei Aussagen durcheinander.

      Bei der Routine, die im Multiplayer für Niederlagenserien sorgen kann, spricht Flo von seinen Erfahrung mit vergangenen FIFA-Teilen. Außerdem betont er ja, dass er das nicht beweisen kann und es sich möglicherweise um einen psychologischen Effekt handelt.

      Bei der Meinung der beiden, dass es ein schlechteres Spiel ist, handelt es sich hingegen um FIFA 14. Weil Flo und Patrick das ja gegeneinander spielen, gibt’s da ja zwangsläufig auch einen Gewinner. Wenn aber beide der Meinung sind, dass FIFA 14 schwächer ist als der Vorgänger, kann man es nicht darauf schieben, dass sie einen Sündenbock für Niederlagen suchen.

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  • Martin

    Hallo ihr drei,

    schöner Podcast, hat mir sehr viel Spaß gemacht, den zu hören!
    Vielen Dank dafür. :)

    Ich kann mich euren Aussagen größtenteils anschließen.
    Hab mir irgendwann geschworen, nie wieder ein Fifa anzurühren, da die letzten Ableger dieser Spielereihe im Online-Multiplayer einfach zu große Aggressionen in mir hervorrufen, wenn das Momentum mal wieder wirkt, so dass ich mich zuletzt fast schon über mich selbst erschrocken hab und mir dachte, jetzt ist genug. Und dabei bin ich nichtmal wirklich ehrgeizig, was Onlinemultiplayer oder sonstigen „sportlichen“ Wettkämpfe angeht; wenn mich in Battlefield oder CS mal einer dumm abschiesst, denk ich mir, was solls, aber in Fifa war ich manchmal fast so weit wie dieser Herr hier: http://9gag.com/gag/agyBZZv :D

    Das geht aber nicht nur mir so in meinem Freundeskreis und da soll mal noch einer sagen, Killerspiele machen aggressiv. ^^

    beste Grüße
    Martin

  • Erik

    Schöner (kritscher) Podcast, gerade durch die echten Serienspezialisten.
    So eine Zusammensetzung würde ich mir auch für andere Sportreihen wünschen, z.B. Forza 4 vs. Forza 5, GT5 bs. GT6, NBA, NHL, …

    ( Spiele gerade PvZ 2 auf Android und vermutlich gerade wegen den Auswirkungen des F2P-Mists auf das Spieldesign ist der erste Teil einfach das viel bessere Spiel! Das macht mir Angst mit Blick auf das Mikropayment-Übel bei Forza 5 und GT6.)

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