WalkingDeadPinball

Die Zen-PinballReihe von Zenstudios versucht seit einigen Jahren, die Kultur der Pinball-Spiele digital am Leben zu erhalten. Dank einem günstigen Einstiegspreis (man kauft die Tische einzeln, das Grundspiel ist gratis) und beliebter Lizenzen (Star Wars, Marvel, The Walking Dead und jetzt Southpark) schaffte es Zenstudios, dass wir Zen Pinball in schöner Regelmäßigkeit auf einer der tausend verfügbaren Plattformen spielen. Daher wird es höchste Zeit, mal darüber zu podcasten!

Dazu eingeladen haben wir zwei Gäste: Robert von fm4 hat einen Blog eröffnet namens „The Ball is wild“, in dem er sich mit der Pinball-Historie beschäftigt und Tutorial-Videos zu nostalgischen Tischen produziert und Christian hat sich vor allem dadurch qualifiziert, dass er quasi IMMER und BEI JEDEM TISCH über Manu in der Highscoreliste steht. (Gut, das ist auch nicht wirklich schwer)

Anmerkung: Sorry für ein paar technische Probleme mit der Skype-Verbindung und Mikrofon-Schwankungen. Die Probleme sind inzwischen bekannt und hoffentlich behoben.

Batman, Daredevil, Green Lantern und jetzt Superman: Ja, es ist absolut angesagt eigentlich schon alte Comichelden in die traumatisierte Gegenwart zu hieven und all unsere durch Medien suggerierten Ängste über Terrorismus, die wackelige Weltwirtschaft und Identitätsverlust durch Überwachung auf die Identitätssuche gebrochener Fantasiefiguren zu projizieren. Allerdings konnte selbst Watchmen nicht verbergen, dass Superhelden ursprünglich für den Hoi polloi geschrieben worden und unter dem Vexierspiel übernatürlicher Machtkämpfe eigentlich sehr simpel gezeichnet sind.

So unterhaltsam das manchmal auch ist und so unverkennbar Comics ein wesentlicher, ja, vielleicht sogar aus sequentieller Kunst entstandener, wichtiger Teil von Kultur sind: Das Aufblasen blasser Figuren unter dem Deckmantel verkrampfter Mythenbildung mit Anlehnung an aktuellem Weltgeschehen kann zuweilen ermüdend wirken. Man wünscht sich dann manchmal bei derlei Themen einfach ein Drama, ein gutes Buch, eine gut recherchierte Dokumentation – und keine Person im seltsamen Kostüm, der über Gott und die Welt philosophiert, nur um im nächsten Augenblick ein paar bösen Buben auf die Schnauze zu hauen.

Der aus dem X-Men-Universum entstammende Deadpool wirkt da geradezu wie ein radikaler Gegenentwurf. In seinem jüngst erschienenem Videospiel hält ein Verbündeter eine pathetische Rede über die Befreiung der Erde – die der verrückte Deadpool ausblendet, indem der direkt zum Spieler spricht und ihn bittet, so schnell wie möglich eine Taste zu drücken, um den unermüdlichen Redner zu unterbrechen. Er hält sich verzweifelt die Ohren zu und ist lediglich an dem eigentlichem Kernreiz von den allermeisten Comics interessiert, der gerne vertuscht wird: Over-the-top-Action, Over-the-top-Gewalt und völlig übertrieben attraktive Menschen. Deadpool spricht direkt die niederen Reize an, zitiert und persifliert seine Comic-Kollegen und hat keine Schwierigkeiten damit im Sekundentakt die vierte Wand zu durchbrechen. Vermutlich besitzt der Comicheld deshalb so viele Fans (und liebt zudem das Internet nahezu mehr als alles andere).

Micha und der Tim vom Geekkeller haben mit Comics eigentlich nichts am Hut, aber das Deadpool-Spiel hat trotzdem ihr Interesse geweckt. Erfahrt im Podcast, ob der Brawler mehr als nur schrägen Humor zu bieten hat.

Launch-Trailer

httpvh://www.youtube.com/watch?v=rJ0CtZZhkxM