Wie jeden Sonntag gibt es heute die freie Folge der Woche für alle. Diesmal mit unserer Interview zum neuen Larry-Adventure, das gerade beim Studio Crazy Bunch in Hamburg entsteht. Natürlich wie gewohnt inklusive unseres kleinen Sonntagsbrunchs mit Rück- und Vorschau zu unseren restlichen Folgen.

Folge der Woche

Totgeglaubte leben länger: Das Hamburger Entwicklerstudio Crazy Bunch und Publisher Assemble Entertainment möchten im Herbst den wohl berühmtesten Polysteranzugträger unserer Computerspiel-Jugend wiederbeleben:
 
Leisure Suit Larry, die Sierra-Adventure-Ikone der 80er Jahre von Al Lowe bekommt ein neues Adventure spendiert. Aber wie soll das funktionieren? Wer traut sich denn 2018 eine Spielserie, die ein ganz klar sexistisches und aus heutiger Sicht extrem objektifizierendes Frauenbild vermittelt neu aufzulegen?
Um diese Fragen zu klären hat sich Manu den Autor des neuen Titels „Wet Dreams Don’t Dry“ eingeladen: Falko Löffler.
 
Falko ist freier Autor und schreibt Bücher, arbeitete bereits an vielen Videospielen, u.a. auch als Übersetzer mit. Im Gespräch versuchen wir zu ergründen, wie es gelingen soll, Larry in die Gegenwart und gerade im aktuellem Kontext der wichtigen #metoo-Debatte zu bringen.

„Klingt ja wie ein Wunder, dass das Spiel fertig wurde.“
„Ach, Jason. Es ist ein Wunder, dass irgendein Spiel fertig wird.“

Dieser Dialog mit einem befreundeten Spieleentwickler inspiriert den Kotaku-Journalisten Jason Schreier zu seinem Buch Blood, Sweat, and Pixels. Darin zeichnet er anhand von zehn beispielhaften Produktionen nach, warum die Herstellung von Spielen nach wie vor keine Fließbandarbeit ist und warum fast ausnahmslos jedes Spiel früher oder später auf Probleme stößt. Es ist ein schonungsloser und ernüchternder Einblick in die Welt der Gamesentwicklung.

Daniel und sein Gast, Michael Obermeier von GameStar und GameTube, haben Blood, Sweat, and Pixels verschlungen. Im Cast sprechen sie über ihre Lieblingskapitel im Buch und wie die Lektüre ihre Perspektive auf die Entwicklung veränderte.

Diese Folge erscheint als Crossover-Folge mit den Kollegen von GameTube. Eine Videoversion des Gesprächs findet sich auf dem GT-Youtube-Channel. Daher senden wir diesen Cast heute frei für alle Hörer zugänglich.

Die Dokumentation Surviving Indie verspricht einen Einblick in das Dasein als Indie-Entwickler. Produziert wurde sie vom Indie-Publisher Devolver Digital und ist aktuell exklusiv auf Steam erhältlich. Manu, Daniel und ihr Gast, Timo von Spielgefuehl.de, sahen sich Surviving Indie an und sprechen in dieser Folge darüber. Ob der Film hält, was er verspricht und ob er einem weiteren und neuen Blickwinkel auf die Indie-Szene werfen kann?

Das in der Folge angesprochen Interview über die Dokumentation Super Game Jam könnt ihr in Folge 1082 nachhören.

Jedes Wort, das in einem Videospiel auftaucht, muss ja von jemanden geschrieben worden sein. Oft sind sogar mehrere Autoren an einem Titel beteiligt und irgendjemand muss ja auch den Überblick behalten, wie die ganzen Texte und Dialoge zusammenhängen. Wie das in der Praxis abläuft, erklärt Rhianna Pratchett, die bei Daniel zu Gast ist. Sie hat unter anderem an Spielen wie Overlord, Tomb Raider oder Mirror’s Edge mitgearbeitet.

Im Interview erklärt sie, was der Unterscheid zwischen einen Game Writer und einem Narrative Designer ist, in welchem Entwicklungsstadium die Arbeiten an Story und Texten beginnen und ob man als Autor das fertige Spiel dann am Ende überhaupt noch spielen mag.

Fabian Hoose ist Doktor der Soziologie und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ruhr-Universität Bochum. Für seine seine Dissertation schaute er sich die Arbeit in der Gamesbranche an. Er führte qualitative Interviews mit 25 Personen, die sich mit der Entwicklung von Spielen beschäftigten. Seine Forschungsergebnisse veröffentlichte er jüngst im Fachbuch Spiel als Arbeit. Arbeitsorientierungen von Beschäftigten der Gamesbranche.

Mit Daniel diskutiert Fabian im Podcast über das Buch. Was unterscheidet qualitative von quantitativer Forschung und warum entschied er sich fürs Erstere? Warum gilt die Arbeit in der Gamesbranche als modern und anders und welche Probleme ergeben sich hieraus für die Beschäftigten? Und sind Crunch-Zeiten nur ein böses Vorurteil oder Realität der Branche?

In Folge 1206 sprach Manu über seine Teilnahme am Boardgame-Jam, in Folge 1387 gab’s den Erfahrungsbericht von Daniel nach einem 24-Stunden-Videogames-Jam. Damit müsste doch alles über Game-Jams gesagt worden sein, müsste man meinen. Mario Zechner von Bad Logic Games und Luca Hofmann von Nuke The Moon waren da entschieden anderer Meinung. Beide sind bei Daniel zu Gast, um über den libGDX-Jam zu sprechen.

Mario ist der Entwickler der libGDX-Plattform und hat den Jam ins Leben gerufen, Luca nimmt mit seinem Spiel Alien Ark daran teil. Im Gegensatz zu den oben erwähten Veranstaltungn geht der libGDX-Jam über einen ganzen Monat, ist morgen, am 18. Januar, offiziell beendet.

Alle Infos und eingereichten Games findet ihr auf der Itch.io-Seite, das im Cast angesprochene Brainstorming-Dokument gibt’s hier.

Moritz Zumbühl ist zu Gast bei Daniel. Er ist Chef der schweizerischen Blindflug Studios, die jüngst ihr zweites Spiel Cloud Chasers (siehe IM1438) veröffentlicht haben. Es handelt von der Flucht eines Vaters und seiner Tochter durch eine lebensfeindliche Wüste. Mit der Flüchtlingsthematik bekam das Spiel in der aktuellen Situation eine besondere Brisanz.

Im Podcast spricht Moritz darüber, wie die Idee zu Cloud Chasers entstanden ist, warum Games nicht zwangsläufig Spaß machen müssen und wieso es dem Indie-Team so wichtig ist, dass ihre Titel politische Botschaften haben.