Insert Experiment: Kann man über ein Spiel, das man ohne Probleme in unter zehn Minuten beenden kann, einen Podcast füllen? Jagoda (@Scheinprobleme) und Daniel haben den Versuch gewagt und siehe da: Man kann. Denn im Indie-Spiel Heartwood lässt sich tatsächlich einiges an Stoff finden, über den man sich unterhalten kann.

Heartwood ist eher ein kurzes, interaktives Erlebnis denn ein echtes Spiel. Um was es überhaupt geht, warum das psychologische Experiment trotzdem an die Nieren gehen kann und warum hier eigentlich Stroh liegt: Alle Fragen wie immer kompetent im Podcast geklärt:

Jagodas geschrieben Text zu Heartwood gibt’s hier: „Heartwood: Dröhnenden Schrittes ins Nichts

Trailer

  • Prinsee

    Morgen :D

    vielen dank für den guten Podcast und dem echt guten Gast. (ein großes Lob!)
    solche Gäste wünscht sich immer ;) sehr gutes Fachwissen und sie hat mich emotional angesprochen, was selten passiert. Großes Dankeschön an Jagoda.

    Eine Frage hätte ich noch zum Insert Moin Team. Wird es bereits diesen Samstag einen zusätzlichen Cast geben :) ?

    mfg prinsee

  • Steak

    guten Tag,
    gleich vorweg, Hut ab vor dem Gast, mit diesem weiblichen Gast hätte der E3-Podcast auch spaß gemacht. Sie konnte durch echtes wissen Punkten, im Gegensatz zu Miri. Weiter so !
    Um auch gleich eine Frage zu stellen, wird es ab jetzt jeden Samstag einen zusatzpodcast geben ? (laut patreon wurde dieser Meilenstein bereits erreicht, jedoch kam letzten Samstag kein Podcast)

    • Manuel Fritsch

      die Schwelle wurde am Sonntag überschritten :) Aber ja, wir werden versuchen, schon am Samstag einen Cast parat zu haben, natürlich. Ob es klappt: mal sehen, aber die Vorbereitungen laufen bereits.

    • Arole

      Kann man das Miri Thema nicht einfach langsam mal liegen lassen? Schon traurig genug was für ein unnötiges „gehate“ sie abbekommen hat. Davon mal abgesehen, finde ich es etwas unvorteilhaft direkt bei der nächsten Frau einen Vergleich zu ziehen. Frauen nur mit anderen Frauen zum Thema Medienkompetenz u.ä zu vergleichen wirkt immer ein bisschen unpassend und vorurteilsbelastet.

    • Steak

      naja wenn man kritik gleich als gehate sieht, dann brauchen wir bei diesem Punkt nicht mehr weiter diskutieren.
      ich kann sie auch mit anderen Vergleichen und Jagoda war auch um einiges besser als Daniel. Vorurteile gibt es hier nicht, es gibt auch Männer die schlecht sind im Podcast. Dadurch das der Insert Moin Podcast so eine hohe Qualität hat, fällt so etwas wie Miri halt sofort auf. Und die große Mehrheit der User hat es ja auch so gesehen.

    • 100% Zustimmung zu Arole.

      Das hat mich auch so an der Miri-Kritik genervt. Ist zwar Spekulation, aber ich vermute, bei einem männlichen Gast wären die Reaktionen lange nicht so heftig ausgefallen. Das bestätigt jetzt auch die Reaktion, dass hier gleich kommt: „Ah, seht ihr, es gibt also *doch* Frauen, die über Games reden können!“

  • Schöner Cast, bitte mehr davon.

  • Vagrant

    „Insert Experiment: Kann man über ein Spiel, das man ohne Probleme in unter zehn Minuten beenden kann, einen Podcast füllen?“

    Dachte, dass hättet ihr bereits mit dem Podcast zu MGSV – Ground Zeros beantwortet :D

  • Eure Interpretation war gut genug, dass ich sagen kann: Ja, okay, passt für mich so.

    Für ´ne eigene Interpretation war mir das „Spiel“ allerdings zu belanglos, zu gestreamlinet, zu artsy fartsy.
    Und wo ist das Loot?

  • Chris

    huhu !!! ab Samstag haben wir einen Podcast mehr in der Woche !!! wenn jetzt am Sonntag auch noch einer kommt, dann bin ich 365 Tage im Jahr glücklich *gg*
    großes Danke an Insert Moin und die Patreon Untersützter die das erst möglich gemacht haben ;) !

  • Klugscheiß

    Was habt ihr denn mit „triggern“? Opfer, Vergewaltigung, Ursprünglich Games-Begriff, wtf??? Engl.: to trigger sth – etw. auslösen… so einfach isses.

    • Klar, „to trigger“ heißt erstmal einfach nur „etwas auslösen“.

      Jagoda und ich reden aber „jemanden triggern“. Ein Begriff aus der Psychologie/Vebrechensforschung. Es bedeutet einfach erklärt, dass Menschen, die Opfer von Verbrechen wurden, in für anderen Menschen völlig harmlosen Situationen z.B. Angst oder Panikattacken kommen, weil irgendwas Erinnerungen an das Verbrechen ausgelöst („getriggert“) hat. Das kann schon ein Lied im Radio oder ein bestimmter Satz sein.

    • Baron von und zu

      Siehe auch „Flashback“ (Vietnam Flashback etc.)
      Obwohl ein „Flashback“ sowohl positiv als auch negativ sein kann. Ich habe keine Ahnung ob das beim „triggern“ auch der fall ist.

  • Pingback: Die letzten und nächsten 24h, Dienstag, 01.07.2014 | die Hörsuppe()

  • Tim

    Hätte ich den Podcast vorher nicht gehört hätte ich wohl mehr „angst“ gehabt.
    So hab ich versucht zu verstehen, was mir der Entwickler sagen möchte. Werde den Cast aber wohl nachher noch einmal hören. Bin da gerade nicht so wirklich fantasievoll. :)

  • Ich hab bei der Spoilerwarnung kurz pausiert, dann gespielt und danach weitergehoert. Ich glaube ohne euren Cast haette ich mit dem Spiel noch weniger anfangen koennen. War mir irgendwie zu artsy fartsy fuer 7 Uhr morgens. Aber schoen zu hoeren, dass es anderen besser gefallen hat.

  • „Der Hase, der Hirsch, der Wald…mach was draus!“ So hab ich es interpretiert, also fast mit nichts. Denn eine halbwegs solide Interpretation braucht ja trotzdem einen roten faden, um zumindest ein wenig zu verstehen was passiert.

    Weil der Hase könnte demnach sowohl für Sehnsucht, Glück oder Flucht stehen, was man auch schon bei Alice im Wunderland schon interpretierte. Ein Hirsch hingegen kann für Stärke, Führung aber auch für Qual und Tod stehen. Ich denke es wurden absichtlich zwei Tiere genommen die verschiedene Symboliken zulassen, so kann, wie Jagoda eben sagte, jeder das sehen was er möchte.

    Ich mag das ja und bin dafür auch empfänglich. Nur war mir das fast schon zu artsy fartsy. So nach dem Motto: „Schaut her wie künstlerisch wir sind.“ Nichtsdestotrotz war die Atmosphäre ziemlich cool gemacht…

    Grüße
    Onsche

    • Ganz allgemein: Danke für die vielen positiven Rückmeldungen und freut mich sehr, dass sich viele trotz Skepsis auf dieses kurze Experiment eingelassen haben. Großes <3 an alle.

      @Onsche

      Glaube der rote Faden ist durchaus gegeben und du hast ihn eben selber genannt: Der Hase, der Wald, der Hirsch und last but not least der Name des Spiels "Heartwood". Aus diesem Grunde liegen ja die Assoziationen zum eigenen Gefühlsleben, dargestellt durch den abgestorbenen Wald, wirklich nicht fern. Sobald man sich auf diese Interpretationsebene begibt, ergeben sich die anderen Sinnblilder beinahe von allein.

      Den Hasen sehe ich auch, wie du sagtest, als Anspielung auf Alice im Wunderland und daraus abgeleitet auf die Szene im Film Matrix. Er steht für ein wie auch immer geartetes Heilsversprechen, ist aber durch seine Schnelligkeit und geringe Größe einfach schwer zu schnappen. Zudem verschwindet er immer wieder aus dem Blickfeld und als SpielerIn bin ich gezwungen einfach weiterzulaufen, auch wenn ich das Ziel nicht mehr sehe.

      Zeichen völliger Hoffnungs- und Ziellosigkeit sind übrigens Symptome einer klinischen Depression und der Wald mit seiner Leblosigkeit stellt das ganz gut dar. Daher ist der kleine flüchtige Hase zu Recht ein Lichtblick. Sogar im wahrsten Sinne des Wortes, da er im Gegensatz zur Umgebung ja auch weiß ist, wenn auch teilweise nur einen kleinen Pixel groß.

      Bei dem Bruch mit der Immersion am Ende und den Glitcheffekten am Ende musste ich übrigens an Brechts Konzept der "Entfremdung" denken, die den Zuschauer davor bewahren soll zu tief einzutauchen und sich seiner Rolle als Person von außen bewusst zu sein. Denn nur so ist auch eine durch ihn veranlasste Veränderung möglich. Mir gefällt dieser Gedanke, denn wer möchte schon in diesem kalten Gefühlswald auf ewig gefangen sein und nicht ausbrechen? :)

      Nochmal danke an alle, die sich darauf eingelassen haben und ich kann gut verstehen, wem das zu "artsy fartsy" war oder einfach gar nichts gesagt hat. Ebenso freu ich mich über die paar, die vielleicht auch ein cooles Erlebnis davongetragen haben. :)

  • Alliser

    Ich mag Podcasts über Spiele, weil mich das Thema übergreifend sehr interessiert und ich daraufhin die daraus mitunter entstehenden Gespräche über eben dieses Thema sehr mag. Ich spiele selbst natürlich auch, schaffe aber nur einen Bruchteil all der Titel selbst zu spielen, die ihr in all den Ausgaben bislang vorgestellt habt, aus Zeit-, Plattform und/oder Zielgruppengründen. Und: Ja, die Diskrepanz zw. dem Hören eines Gespräches über das Erleben eines interaktiven Mediums und dem Selbsterleben ebensolchen ist mir bewußt.

    Aber ich mag halt diese Gespräche. Und in dieser Ausgabe war das schön auf die Spitze getrieben, weil da ist ein Spiel, es ist kurz, kürzer als der Cast (?), aber dennoch bietet dieses Spiel so viel Berichtens- und Erwähnenswertes, daß sich dort zwei Personen knapp 24 min intensiv drüber unterhalten können. Sehr schön, vielen Dank für die Mitreisemöglichkeit. :)

  • iUserProfile

    Wa‘?

    Mein Gedanke beim Spiel war, das Menschen wenn sie die Wahl zwischen „Garnichts passiert“ und „Etwas ganz schreckliches wird passieren“ sich für letzteres entscheiden, nur weil es mehr ist als Garnichts.

    Was mir aufgefallen ist, ist das es keine Kollisionsabfrage mit den Bäumen gibt. Ich hab‘ die erst instinktiv eher umrundet, später einfach durchlaufen.
    Das scheinbar undurchdringliche Dickicht ist also alles eine Illusion zumal die Bäume auch die Sicht auf das Ziel nicht blockieren. Ob man sich also dem ersten Istinkt beugt und die Bäume und als Hindernisse behandelt liegt bei einem selbst.

    Ich hab‘ mich beim zweiten Durchgang dafür entschieden dem Hasen nicht zu folgen sondern mich so weit wie möglich von ihm zu entfernen. Es endet leider damit das man eine leicht verschwommene Sicht bekommt und dann wieder direkt zum Ausgangspunkt teleportiert wird. Eine Alternative gibt es also nicht. Entweder man macht nichts oder man geht den vorgegebenen Pfad.

    Ich habe mich erschreckt als ich plötzlich in den Hirsch gezogen wurde. Im Grunde ist es eine ziemlich paradoxe Erfahrung, die es ja in den meisten Horrorspielen gibt, wohlwissentlich auf ein Unglück verheissendes Ziel zuzusteuern und immernoch überrascht und erschreckt zu sein wenn das Unglück eintritt bzw. wenn man sein Ziel erreicht.

    3/10 ^^

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