Felix Falk war lange Jahre der Chef der USK. Anfang des Jahres wechselte er dann an die Spitze des BIU. Der Branchenverband organisiert unter anderem die gamescom, ist Mitausrichter des Deutschen Computerspielpreis und setzt sich auch bei der Politik für die Interessen der Gamesbranche ein.

In Podcast redet Felix mit Daniel über seine Arbeit beim BIU und über die Probleme, die er für die heimische Gamesbranche weiterhin sieht. Außerdem fällt das Gespräch auf den diesjährigen DCP, der mit Ablehnung des Preises von Mimimi in der Kategorie „Bestes Game Design“ auch einen Eklat hatte (mehr über die Hintergründe im von Felix angesprochenen Artikel auf gameswirtschaft.de).

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  • Philipp Neubert

    Hallo Daniel,

    erst mal Danke für die Folge. Ich habe aber leider etwas Kritik zu üben.

    Ich hätte mir gerne einen etwas kritischeren Umgang mit deinem Gast bezüglich mimimi productions und dem DCP insgesamt gewünscht. Du hattest im Podcast selber gesagt, dass mimimi quasi „auf der letzten Rille“ Spiele produzieren, wenn ein solches Unternehmen freiwillig auf das Preisgeld vom DCP verzichtet, muss da doch schon mehr passiert sein, als ein „kleiner Aufreger“, oder wie dein Gast es bezeichnet hat „sowas muss man sportlich nehmen“.

    Es gibt auch viel mehr als nur Gerüchte und Hörensagen, du hättest zum Beispiel auf die Stellungnahme von mimimi und GAME eingehen können.

    Sicherlich, der DCP ist nicht perfekt, aber so etwas damit abzutun, dass es bei anderen Branchenpreisen auch nicht läuft, halte ich für wenig sachlich. Die Aussage hätte ich vielleicht vom Veranstalter, also deinem Gast erwartet, aber vom Pressevertreter?

    Insgesamt muss man leider feststellen, dass Du deinem Gast ziemlich nach dem Mund geredet hast.
    Als Pressevertreter hätte man, aus meiner Sicht, gerne etwas kritischer Nachfragen können.
    Schade. Das Thema ist sehr interessant.

    Das jetzt bitte nicht als meckern verstehen, ich meine das als konstruktive Kritik.

    Schöne Grüße

    • Da vermischt du jetzt zwei Sachen:

      Dass andere Preisverleihungen auch Probleme haben, bezog sich auf die Präsentation des DCP. Dabei bleibe ich: Im Vergleich zu schnarchigen Shows wie Echo, Goldener Kamera, etc. ist der DCP eine richtige flotte Nummer.

      Der Mimimi-Eklat ist ein anderes Thema. Die Stellungnahmen von GAME und Mimimi lagen zum Zeitpunkt der Aufnahme nicht vor. Aber meiner Meinung nach haben die auch nicht wirklich viel zur Klärung beigetragen. Es gibt dort Behauptungen über vermeintliche „Unregelmäßigkeiten“ bei der Abstimmung in der Hauptjury. Welche das im Detail gewesen sein sollen und ob wirklich gegen irgendwelche Regeln verstoßen wurde, ist mir trotzdem noch nicht ganz klar. Und in dieser diffusen Lage im Affekt jetzt irgendwie in Aktionismus zu verfallen, bringt doch auch nix.

      Aber laut Felix‘ Aussage sind ja alle Beteiligten offenbar drüber einig, dass man für die Zukunft die Regularien wohl noch deutlicher gestalten muss. Und dann hat die Sache doch was Gutes.

      • Philipp Neubert

        Hallo,

        stimmt, da habe ich etwas vermischt :)

        Das die Stellungsnahmen zu diesem Zeitpunkt noch nicht existierten, wusste ich nicht. Ich halte kritisches Nachfragen aber nicht für Aktionismus, sondern für notwendig, da Felix Falk ja auch eine schöne Bühne bekommen hat. Du konntest zu dem Zeitpunkt dann wahrscheinlich auch nicht wissen, was sich daraus entwickelt.

        Ich möchte hier auch nicht für oder gegen irgendwen Partei ergreifen oder Eure Arbeit schlecht reden, ganz im Gegenteil.
        Vorschlag: Vielleicht macht ihr ja zu einem späteren Zeitpunkt eine follow-up Folge.

        Gruß und schönes Wochenende

        Philipp

      • Mit Aktionismus meinte ich nicht mich, sondern Felix und den BIU. Warum sollten die jetzt den Preis und die Vergabe in Frage stellen, und voreilig alles über den Haufen werfen?
        Nix wird so heiß gegessen, wie’s gekocht wird. Daher jetzt erstmal abwarten, bis sich alle ein wenig beruhigt haben und dann gemeinsam sehen, wie man das für die Zukunft verbinden kann. Ich glaube, das meint Felix mit „sportlich sehen“.

        Was kritische Nachfragen angeht: Ja, evtl. hätte ich noch etwas nachboren können. Da wir aber am Anfang ein paar technische Probleme hatten, lief uns hinten raus die Zeit davon bei der Aufnahme. Außerdem war das Gespräch schon seit ein paar Wochen geplant, als noch niemand was von dem Aufreger ahnen konnte. Der kam quasi als brandaktuelles Thema noch mit in den Cast.

        Das sind beides keine Entschuldigungen, aber vielleicht Erklärungen, warum die Folge so ist wie sie ist.

      • KingSirus

        An der Stelle möchte ich aber anmerken, dass meiner Meinung nach generell die etwas kritischere Note in euren Interviews fehlt. Sicherlich muss man nicht bei jedem Interview kritisch sein (beispielsweise wie damals, als ihr von dem „VR-Café“ berichtet habt), aber wenn ständig von euch selbst bereits während der Fragestellung Relativierungen eingeschoben werden oder ein Interviewpartner komplett an eurer Frage vorbei antwortet und ihr ihm das durchgehen lässt (teilweise auf seine Ausweichantwort auch noch bestätigend eingeht), hat das für mich nicht mehr den Charakter eines Interviews. Dann ist das überspitzt gesagt schon eine Werbeveranstaltung eures Interviewpartners.

        Gerade weil ihr das Ziel hegt irgendwann alle drei vom Podcast leben zu können, würde ich mir da eine deutlich stärkere Verpflichtung dem Zuhörer gegenüber wünschen und nicht euren Gästen gegenüber!

  • LuMo

    Tolle Folge! Ich finde solche Interviews mit Menschen, die sich tagtäglich mit Videospielen auseinandersetzen ohne selber Entwickler/Publisher zu sein immer super (USK, BIU, etc.).
    Eine Frage (an Felix Falk) kam mir dann: Warum gibt es immer noch zwei Branchenverbände? Die Fusion von BIU und GAME stand ja jahrelang im Raum und wurde vor drei Jahren abgeblasen. Bei Videospielen geht es immer noch viel um Sichtbarkeit, darum richtig wahrgenommen zu werden. Ich glaube kaum, dass es da hilft zwei Branchenverbände zu haben…
    Danke!

  • Claus Mayer

    Die Politik oder die kulturelle Anerkennung von Games sind beim BIU tatsächlich eher von geringerem Interesse. Man sollte hier nicht den PR Strategien der Lobbyisten auf den Leim gehen; diese Themen werden nur vorgeschickt um den tatsächlichen Zweck des BIU zu verschleiern: das ungestörte Abkassieren des deutschen Marktes bei zeitgleicher Vermeidung von Steuerzahlungen oder Reinvestitionen hierzulande.

    Denn im Gegensatz zur Filmbranche verweigert der BIU seit Jahren ein effektives Fördersystem welches auf dem Konzept „Kommerz fördert Kultur“ basiert. Denn dieses Konzept würde bedeuten, dass die ausländischen Mitglieder im BIU einen kleinen Teil ihrer in Deutschland generierten Umsätze im Land lassen müssten (was diese kategorisch ablehnen). Wenn man sich die Geschäftszahlen der großen Mitglieder im BIU anschaut, stellt man erstaunt fest dass diese seit Jahrzehnten ihre Abgaben hierzulande quasi auf Null reduziert haben. Außer Koch und Ubisoft vermeiden dazu sämtliche ausländischen Mitglieder jegliche Reinvestitionen in Deutschland; sei es bei Entwicklern oder bei Förderprojekten.

    Der Computerspielpreis fungiert hier lediglich als äußerst kostengünstige Möglichkeit ein ernsthaftes Fördermodell zu verhindern.

    Da hätte ich mir etwas mehr kritische Nachfragen gewünscht.

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