Wie verändert sich unsere Sexualität in Zeiten von Virtual Reality? Wie weit fortgeschritten ist der Sex in VR, welche Mittel und Wege hat die Pornoindustrie schon gefunden, das Medium zu nutzen und werden sich Fetische und unerwünschte sexuelle Fantasien vielleicht in Zukunft viel besser und leichter in der virtuellen Realität einer immersiven Software erleben lassen? Ist Sex in VR eigentlich echter Sex und zählt das schon als Fremdgehen?

Gemeinsam mit der freien Spielejournalistin und Spieldesignerin Nina Kiel (random encounter auf superlevel) reden wir in dieser Brunch-Folge ausführlich über die Chancen, die gesellschaftlichen und moralischen Fragen und auch die potentiellen möglichen Schattenseiten einer sexuellen Nutzung von VR.

Podcastempfehlung: Über die gesellschaftlichen Auswirkungen von VR allgemein hatten wir bereits mit Prof. Linda Breitlauch gesprochen. Auch ein Interview mit 25h in VR und unsere Reviews zu den Geräten Oculus Rift und HTC Vive finden ihr im Archiv.

  • Tim

    Das Verhältnis von Unterhaltung und Informationen war echt sehr gut. Hatte eigentlich befürchtet einen eher uninteressanten Cast zu hören. (Nichts für ungut) aber das war wirklich von vorne bis hinten relevant! Bezüglich der Frage, ob man die Erwartungshaltung durch VR Pornos hoch schraubt. Ich denke das hängt wirklich ganz vom Konsumenten ab. Pornos sind für mich stressabbau und haben nichts mit meinem Liebesleben zu tun. Jemand der kein Liebesleben hat findet möglicherweise irgendwann mehr in Filmen / VR Erlebnissen als das gut für ihn wäre. Er hat halt auch nicht die Möglichkeit den Vergleich zwischen echt und unecht für sich zu ziehen.

  • lcs

    Guter Podcast! Finde echt gut, dass ihr da ganz normal drüber reden könnt, das wird ja sonst von anderen Portalen nur recht scherzhaft behandelt und es wird despektierlich über Fetische und Vorlieben hergezogen.

    EDIT: das Problem mit den Leuten, die ohne gefragt zu werden in VR Porn eingefügt werden, erinnert mich ein bisschen an die Sache mit den Fan Fictions. Da gibt es ja zum Teil auch erotische FF von Personen, die in der Öffentlichkeit stehen – auch aus der Gamesbranche in Deutschland. Viele finden es sicher unangenehm wenn sie das dann selbst lesen und würden auf Nachfrage, ob man sie denn für ihr Werk benutzen dürfte nicht zustimmen, aber es wird halt gemacht. Der VR Porn wäre dann so gesehen der nächste Schritt.

  • Als ich den Titel sah, habe ich direkt darauf gehofft, dass Nina zu Gast ist und ich wurde nicht enttäuscht!

  • Ishimaru

    Der Cast war überraschend gut, dachte eigentlich oh je sie Reden über Sex….Penis…hihi. Aber Nein er war wirklich gut. Danke.

  • Plötzlich fühle ich mich ein wenig seltsam weil ich keine Probleme mit sexualisierten Anime Charakteren habe. Nun gut, trotzdem ein interessanter Cast.

  • Feroc Itas

    Sehr schöne Folge.

    Ich fand es allerdings seltsam, dass ihr euch so einig wart, dass ein virtueller Charakter quasi Rechte bekommen sollte, bzw. man vorher explizit sehen soll, dass dieser damit einverstanden ist. Wenn ich mir überlegen, wie viele virtuelle Wesen ich schon ins virtuelle Jenseits gepustet habe (die tauchen dann am Ende auch nicht mit einem “war alles nur Spaß” wieder auf), dann finde ich so eine Idee doch reichlich übertrieben. Ganz egal was für eine Fantasie man da jetzt auslebt.

    • Waren wir uns einig? Also bin mir da noch nichts o sicher. Ein rein virtueller Charakter hat keine Rechte, finde ich. Aber wir sprachen ja darüber, was mit virtuellen Charakteren ist, die nach echten Personen modelliert wurden und deren “Look-alikes” sind. Ich finde nicht, dass es direkt in das Persönlichkeitsrecht eingreift, aber das Recht am eigenen Bild wird natürlich verletzt?

      • Feroc Itas

        Ich meinte eher den Part, bei dem es um die Zustimmung des virtuellen Charakters an sich ging. Das war bei dem Teil, bei dem es um BDSM-Spiele und Vergewaltigungsfantasien ging, mit Beispielen, wo das Spiel aus geht, wenn man den Charakter zu fest den Hintern verhaut oder man der Frau vorher die Hand gibt, damit man deren Zustimmung hat.

        Bei den Nachbildungen und Verwendung von echten Menschen, gerade ohne deren Zustimmung. Ja, das ist ein anderes Thema und da müsste ich mir auch erst mehr Gedanken machen, wie ich denn dazu stehe.

      • Achso, der Teil. Da ging es nicht so sehr um die Rechte der Figur, sondern glaube Nina sagt an einer Stelle, dass es um den Umgang und die Sensibilisierung der Betrachter geht, die durch sowas eben auch darüber nachdenken würden, was da grad passiert. Das es eben auch eine Reaktion auf deine Aktionen gibt. Dass das Spiel dich nicht mehr spielen lässt, wenn du unhöflich bist, ist ja ein total geiler Effekt, den man so nicht erwartet. Wie bei echten Menschen eben :D

      • Feroc Itas

        Wäre natürlich mal eine ganz neue Spielidee, wobei es da ja auch einige asiatische Girlfriend-Simulatoren (die hatten irgendeinen Namen, egal) gibt.

        Aber auf jeden Fall ein großes Lob an die Folge, Nina und dich, ich mag solche Folgen, die sich nicht speziell auf ein Spiel beschränken, sondern eine ganze Thematik behandeln.

      • Danke! <3

  • Arne T

    Kommentare hier auf der Seite sind schon fast erschreckend positiv. Kommentare ohne Trolle und Hitlervergleiche? Dabei bietet das Thema super Vorlagen für überzogene hasserfüllte Feminismus Diskusionen. Ist das überhaupt noch Internet?
    Ich fand den Podcast doch überraschend spannend. Ich bin bei den Therapie-Thematiken wohl etwas pessimistischer. Ich denke mit den Behinderungen wird es vermutlich gut funktionieren, da ja aktuell auch Sextherapeuten für vergleichbare Dienste bezahlt werden.
    Allerding denke ich das allein das Wort Pedophilie dazu führen wird, dass hier keine großen Projekte wie Studien finanziert werden können. Kaum ein anderes Thema wird so einseitig in der Öffentlichkeit behandelt. Hierzu passt auch Manus Einwurf, kein Erlebnis sei schlimmer, als das Erlebnis als Kind vergewaltigt zu werden. Ich vermute, das ist nicht wörtlich zu nehemen, zeigt aber ganz gut die Grundstimmung zu dem Thema. Wenn man da nicht aufpasst gibt es eine Medienkampange und danach ein Gesetz, welches solche Therapieformen ausbremst oder verhindert.
    Es ist ja noch nicht lang her, dass Zensursula noch Familienministerin im Inneren war und Internetzensur als Mittel gegen Kinderpornographie vorgeschlagen hat.

    • Ja, dafür liebe ich unsere Community auch sehr. Wir haben auch nichts ausblenden oder Kommentare entfernen müssen. Ich bin sehr happy, dass wir hier wohl auch mit unseren Inhalten solche Menschen nicht anziehen, die rumproleten und trollen. Ich hoffe, dass dies auch noch mit einer größeren Reichweite und Bekanntheit so bleiben wird.

  • Eine wirklich sehr sehr sehr gelungene Folge ! Ich finde insbesondere den direkten, offenen und unverkrampften Umgang mit dem Thema absolut lobens- und hörenswert. Danke !

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